Aktualisiert: Juni 2026
Homeoffice Schweiz: Das Wichtigste
  • Kein gesetzlicher Anspruch: Homeoffice beruht auf Arbeitsvertrag, GAV oder Betriebsvereinbarung.
  • Kostenerstattung: OR Art. 327a verpflichtet den Arbeitgeber bei angeordnetem Homeoffice; Pauschale CHF 50–150/Monat üblich.
  • Grenzgänger: bis 49,9 % Homeoffice im Wohnsitzland ohne SV-Wechsel (EU/EFTA-Regelung seit 2023).
  • ArG gilt: Maximale Arbeitszeiten (45/50 Std./Woche), Ruhezeiten und Zeiterfassung auch im Homeoffice.
  • Steuern: Arbeitszimmer abziehbar, wenn ausschliesslich beruflich genutzt; Regeln kantonal verschieden.

Gesetzlicher Rahmen

Es gibt in der Schweiz kein gesetzliches Recht auf Homeoffice. Der Arbeitgeber entscheidet, ob und in welchem Umfang er Homeoffice erlaubt. Der Anspruch ergibt sich aus dem Arbeitsvertrag, dem GAV oder einer betrieblichen Regelung. Im Jahr 2025 hat das Bundesgericht klargestellt, dass der Arbeitgeber Homeoffice jederzeit widerrufen kann, wenn keine vertragliche Vereinbarung besteht.

Kostenerstattung

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, notwendige Auslagen für das Homeoffice zu erstatten (OR 327a): Internetkosten, Büromaterial, anteilige Stromkosten. In der Praxis einigen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmende oft auf eine Pauschale. Viele Unternehmen zahlen eine monatliche Homeoffice-Pauschale von 50–150 CHF; grössere Unternehmen stellen auch Ausrüstung (Laptop, Monitor, Stuhl) zur Verfügung.

Steuerliche Aspekte

Im Homeoffice arbeitende Arbeitnehmende können Berufsauslagen abziehen: anteilige Miete (Arbeitszimmer, sofern ausschliesslich beruflich genutzt), Internetkosten, Büromaterial, Fahrkosten (reduziert bei regelmässigem Homeoffice). Die Abzüge werden in der Steuererklärung geltend gemacht und variieren je nach Kanton.

Grenzgänger und Homeoffice

Für Grenzgänger (Ausweis G) hat Homeoffice steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Folgen. Ab einem gewissen Homeoffice-Anteil können Steuer- und Sozialversicherungspflicht wechseln: in der Sozialversicherung ab 25 Prozent, ausser der Arbeitgeber beantragt den Verbleib in der Schweiz (bis 49,9 Prozent); steuerlich je nach Abkommen, für Frankreich bis 40 Prozent. Grenzgänger sollten ihre Situation mit einem Steuerberater oder der Steuerbehörde ihres Wohnkantons klären.

Grenzgänger: 25-%-Grenze nicht überschreiten

Wer als Grenzgänger 25 Prozent oder mehr der Arbeitszeit im Wohnland arbeitet, wechselt in dessen Sozialversicherung, ausser der Arbeitgeber beantragt nach dem Rahmenübereinkommen von 2023 den Verbleib in der Schweiz (bis 49,9 Prozent). Das kann bedeuten, dass Beiträge künftig im Wohnland anfallen und der Schweizer Lohnschutz teilweise entfällt. Klären Sie den genauen Anteil vor jeder Ausweitung des Homeoffice mit dem Arbeitgeber ab.

Für einen vollständigen Überblick über das Schweizer Lohnsystem empfehlen wir unseren Brutto-Netto-Rechner, der alle Abzüge kantonsspezifisch aufschlüsselt. Unser Leitfaden zur Gehaltsverhandlung zeigt, welche Argumente bei Schweizer Arbeitgebern wirken. Der Lohnvergleich Schweiz ermöglicht branchenübergreifende Gehaltsvergleiche. Unser Leitfaden zum Arbeitsvertrag erklärt die wichtigsten Klauseln des Schweizer Arbeitsrechts. Für Fragen zur Aufenthaltsbewilligung empfehlen wir den Leitfaden Aufenthaltsbewilligung Schweiz.


Häufige Fragen

Habe ich in der Schweiz ein gesetzliches Recht auf Homeoffice?

Nein. Es gibt kein gesetzliches Recht auf Homeoffice in der Schweiz. Der Anspruch ergibt sich aus dem Arbeitsvertrag, dem GAV oder einer Betriebsvereinbarung.

Wer zahlt für Heimarbeitsplatz-Ausstattung und Internet?

Der Arbeitgeber muss notwendige Auslagen für das Homeoffice erstatten (OR 327a). Viele Unternehmen zahlen eine monatliche Pauschale oder stellen Ausrüstung zur Verfügung.

Ist Homeoffice für Grenzgänger steuerlich problematisch?

Ja. Wenn Grenzgänger einen Teil ihrer Arbeitszeit im Wohnland arbeiten, kann das Steuer- und Sozialversicherungspflicht verändern. Für Frankreich gilt: bis 40 Prozent Homeoffice ohne Wechsel der Besteuerung; in der Sozialversicherung bis 49,9 Prozent, wenn der Arbeitgeber das beantragt, sonst 25 Prozent. Für Deutschland, Italien und Österreich gelten eigene Regeln.

Sind Homeoffice-Pauschalen des Arbeitgebers steuerpflichtiges Einkommen?

Pauschalen des Arbeitgebers für Homeoffice-Auslagen (Internet, Strom, Bueroausstattung) gelten steuerlich als Spesenersatz und sind grundsätzlich kein steuerpflichtiges Einkommen, sofern sie angemessen sind und im Lohnausweis korrekt ausgewiesen werden. Arbeitnehmende können trotzdem eigene Homeoffice-Abzüge in der Steuererklärung geltend machen, sofern der Arbeitgeber keine oder nur eine Teilpauschale zahlt. Die Abzugshoehe ist kantonal unterschiedlich geregelt.

Quellen

Schweizerisches Obligationenrecht (OR Art. 327a) · SECO · ESTV · Homeoffice Steuerregelung · admin.ch