Aktualisiert: Juni 2026
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Abzug Berufsauslagen: bis CHF 2'400/Jahr für regelmässiges Homeoffice (ESTV).
  • Voraussetzung: kein zumutbarer Büroraum beim Arbeitgeber verfügbar.
  • Büroausstattung: Monitor, Stuhl, Tastatur separat absetzbar wenn Arbeitgeber nicht erstattet.
  • Grenzgänger: Homeoffice kann Steuerhoheit und Sozialversicherung beeinflussen.

Schweizer Steuerabzüge für Homeoffice

Für im Homeoffice Arbeitende gelten folgende steuerliche Abzugsmöglichkeiten: Arbeitszimmer-Abzug (nur wenn kein zumutbarer Arbeitsplatz beim Arbeitgeber vorhanden ist, Bedingung streng ausgelegt), Kommunikationskosten (Telefon, Internet, anteilig), Büromaterial. Die meisten Kantone wenden die Berufsauslagenpauschale an, ein fester Prozentsatz des Einkommens, der keine Einzelbelege verlangt. Wer mehr abziehen will, muss effektive Kosten belegen.

Grenzgänger: zwei Homeoffice-Grenzen

Für Grenzgänger gelten zwei verschiedene Grenzen. In der Sozialversicherung ist nach EU-Recht im Wohnland versichert, wer dort 25 Prozent oder mehr arbeitet; seit dem 1. Juli 2023 erlaubt ein Rahmenübereinkommen bis 49,9 Prozent Telearbeit mit Schweizer Versicherung, wenn der Arbeitgeber das beantragt. Steuerlich hat jedes Doppelbesteuerungsabkommen eigene Regeln: Für Grenzgänger mit Wohnsitz in Frankreich sind seit 2023 bis 40 Prozent Homeoffice möglich, ohne dass sich ändert, welcher Staat den Lohn besteuert. Für Deutschland, Italien und Österreich gelten eigene Regeln: Klären Sie sie mit dem Arbeitgeber.

Homeoffice-Anteil festhalten

Halten Sie Ihren Homeoffice-Anteil schriftlich fest und fragen Sie den Arbeitgeber, ob der Antrag für die Schweizer Sozialversicherung gestellt wurde.

Arbeitgeberpflichten und Kostenerstattung

Der Arbeitgeber ist nicht gesetzlich verpflichtet, Homeoffice-Kosten zu erstatten, ausser bei Pflicht-Homeoffice (z. B. angeordnet durch Arbeitgeber). Bei freiwilligem Homeoffice liegt es im Ermessen des Arbeitgebers. Pauschalspesen für Homeoffice sind steuerlich möglich, wenn das Spesenreglement durch das kantonale Steueramt anerkannt ist. Erstattet der Arbeitgeber Homeoffice-Kosten, sind diese bis zur Höhe der tatsächlichen Aufwendungen steuerfrei.

Für einen vollständigen Überblick über das Schweizer Lohnsystem empfehlen wir unseren Brutto-Netto-Rechner, der alle Abzüge kantonsspezifisch aufschlüsselt. Unser Leitfaden zur Gehaltsverhandlung zeigt, welche Argumente bei Schweizer Arbeitgebern wirken. Der Lohnvergleich Schweiz ermöglicht branchenübergreifende Gehaltsvergleiche. Unser Leitfaden zum Arbeitsvertrag erklärt die wichtigsten Klauseln des Schweizer Arbeitsrechts. Für Fragen zur Aufenthaltsbewilligung empfehlen wir den Leitfaden Aufenthaltsbewilligung Schweiz.


Häufige Fragen

Kann ich mein Arbeitszimmer in der Schweiz von den Steuern abziehen?

Nur wenn der Arbeitgeber keinen zumutbaren Arbeitsplatz zur Verfügung stellt. Diese Bedingung ist streng, wer im Büro einen festen Platz hat, aber lieber zuhause arbeitet, kann das Arbeitszimmer in der Regel nicht abziehen.

Wie viele Homeoffice-Tage dürfen Grenzgänger in der Schweiz leisten?

Für die Sozialversicherung bis 49,9 Prozent, wenn der Arbeitgeber den Verbleib in der Schweiz beantragt, sonst 25 Prozent. Steuerlich für Wohnsitz in Frankreich bis 40 Prozent der Arbeitszeit; für Deutschland, Italien und Österreich gelten eigene Regeln.

Was gilt steuerlich, wenn ich die Homeoffice-Grenze überschreite?

Grenzgänger, die die 25-%-Grenze überschreiten, riskieren, dass ein Teil des Einkommens im Wohnsitzland (nicht Schweiz) besteuert wird. Genaue Konsequenzen hängen vom Doppelbesteuerungsabkommen mit dem Wohnsitzland ab.

Wie deklariere ich Homeoffice-Abzüge in der Steuererklärung?

Homeoffice-Kosten werden unter Berufsauslagen in der Steuererklärung eingetragen. Die meisten Kantone bieten eine Pauschale (Berufsauslagenpauschale, z. B. ZH 3 % des Nettolohns) an, die ohne Einzelbelege gilt. Wer mehr abziehen möchte (z. B. tatsächliche Internetkosten, anteilige Miete), muss die Ausgaben belegen und die effektive Abzugsmethode wählen. Beide Methoden können nicht kombiniert werden; die vorteilhaftere gilt.

Quellen

ESTV · Eidgenössische Steuerverwaltung · Muster-Spesenreglement ESTV · admin.ch